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38. Evangelischer Frauentag am 22. Oktober 2022 in Kirchbach im Gailtal

„Frei oder unfrei, Bildung zum Selbstwert, Bildung zur Freiheit“

  • Unsere Referentin Roberta Desch, Bakk. Phil., Michaela Rogi, Vorsitzende der EFA in Kärnten/Osttirol, Brigitte Hany, Geschäftsführerin, Pfarrerin Mag.a Monika Pülz - Bild von Christine Weeber, Redakteurin bei der Zeitung "Sonntag" Unsere Referentin Roberta Desch, Bakk. Phil., Michaela Rogi, Vorsitzende der EFA in Kärnten/Osttirol, Brigitte Hany, Geschäftsführerin, Pfarrerin Mag.a Monika Pülz - Bild von Christine Weeber, Redakteurin bei der Zeitung "Sonntag"

Ein Frauentag wirft für mich als Geschäftsführerin der Evangelischen Frauenarbeit Kärnten und Osttirol immer schon lange Schatten voraus. Einmal ist es leichter einen Ort zu finden, dann hat man die richtige Referentin, den richtigen Referenten und der Ort macht ein wenig Mühe.

Heuer war beides sehr flott gefunden. In Kirchbach im Gailtal genügte eine Anfrage und schon konnte ich den Ort für unseren Frauentag fixieren. Im Frühjahr hatten wir unsere Referentin angefragt und sie hatte uns ihr Kommen zugesagt.

Unseren Frauentag eröffnete der gemischte Chor Kirchbach mit fröhlichen Melodien.
Nach mehreren Liedern und Grußworten baten wir unsere Referentin um ihren Beitrag.

Das Thema lautete: Frei oder unfrei, Bildung zum Selbstwert, Bildung zur Freiheit.

 

Roberta Desch Bakk. Phil. ist nicht nur Vorsitzende der Evangelischen Frauenarbeit in Österreich, sie lehrt  im einzigen Frauengefängnis in Schwarzau in Niederösterreich.
Sie ließ uns darüber nachdenken, was es heißt, eingesperrt  zu sein, weggesperrt von der Welt, von der Familie, von den Kindern. Können wir uns das überhaupt vorstellen? Wohl nur sehr schwer. Jeder Schritt wird überwacht. Roberta formulierte es sehr eindrücklich: Warum kommt „Frau“ ins Gefängnis? Ja, irgendwann in ihrem Leben ist sie falsch abgebogen. Die Frauen sehen, oft im Gegensatz zu den Männern, das getane Unrecht ein. Viele Frauen hatten in ihrem Leben nicht viele Möglichkeiten. Im Gefängnis sitzen auch Frauen, die Schreiben und Lesen nur unzureichend lernen konnten. Und so ist es die Aufgabe von Roberta Desch, Lernhilfen in alle Richtungen zu geben. Lesen und Schreiben, aber auch Hilfe für Lehrabschlussprüfungen, die im Gefängnis erworben oder nachgeholt werden können.

Gebannt lauschten die Frauen und leider viel zu schnell war die Zeit des Vormittages um.

In der Pause hatten die Frauen vor Ort uns mit Kaffee und Kuchen gestärkt und zu Mittag konnten wir an den Tischen im Saal das Mittagessen von Manis Gasthaus genießen, das flott serviert wurde.
Viele Frauen legten den Weg zur Kirche in Treßdorf zu Fuß zurück. Pfarrerin Maga. Monika Pülz feierte mit uns den Abendmahlsgottesdienst. Die Predigt über Lukas 7, 36-50 beschäftigte sich mit der namenlosen Frau, der stadtbekannten Sünderin, die Schuld auf sich geladen hatte und der sich Jesus mit Respekt, Wertschätzung und Achtung zuwandte und der sie spüren ließ, dass sie als Mensch wertvoll und geliebt ist. Die Liebe, mit der Jesus dieser Frau begegnete, gilt auch uns. Auch uns sieht Jesus an als einzigartige Menschen, als Menschen, deren Schuld vergeben und denen viel zuzutrauen ist und für die es ganz besondere Aufgaben in dieser Welt gibt, als Menschen, über die man sich nur freuen kann.

Die Kollekte von 700 Euro werden wir zum Großteil für unseren Fond für die Frauenhäuser verwenden, um Frauen in ein selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben zu helfen. Ein kleiner Teil bleibt für die eigene Arbeit. Für die großzügige Kollekte bedanken wir uns sehr herzlich bei unseren Teilnehmerinnen.

Ich bedanke mich für die Mitarbeit (ein Frauentag braucht viele helfende Hände) bei den Frauen im Leitungsteam der Frauenarbeit in Kärnten und Osttirol, bei den Frauen vor Ort, die mit viel Engagement für uns einen genussvollen Tag zauberten. Ich bedanke mich bei Frau Pfarrerin Maga. Veronika Ambrosch, dass sie uns unterstützt hat, dass wir die Kirche in Treßdorf benutzen durften. Und ein großer Dank geht an Roberta Desch, die für das Referat die lange Reise aus Niederösterreich auf sich genommen hat.

 

Ich grüße herzlich und freue mich auf den nächsten Frauentag!

Brigitte Hany

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