MaturantInnen-Wallfahrt 2025 mit ökum.GD am Freitag, 3. Okt. um 10:00 h in Maria Saal
Monatsspruch: Lk.17,21
Jesus Christus spricht: Das Reich Gottes ist mitten unter euch.
Lieber Bischof Josef, liebe Maturantinnen und Maturanten, liebe Professorinnen und Professoren, liebe Schwestern und Brüder!
In der Sonntagsausgabe der Kleinen Zeitung war gleich auf den ersten beiden Seiten ein Artikel, den ich beim ersten Lesen für eine Scherz gehalten habe.
Berichtet wurde davon, dass in Albanien die erste KI-Ministerin der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Ein Avatar als Frauengestalt mit folkloristischer Kleidung, die als erste KI-Ministerin für Verwaltung und Organisatorisches zuständig sein soll. Das finde ich beängstigend, dass verantwortungsvolle Schlüsselstellen unserer Gesellschaft und Demokratie mit KI Avataren besetzt werden sollen. Wird dieses Beispiel Schule machen?
Es ist zu befürchten, dass das erst der Anfang einer Entwicklung ist, die dazu führen wird, dass immer mehr Bereiche unseres Lebens immer stärker von Künstlicher Intelligenz geprägt, gesteuert und massiv beeinflusst werden. Die entscheidende Frage, die auch in dem Artikel gestellt wird: Wie hoch ist das Risiko, dass irgendwann die Maschinen das Kommando übernehmen und wir überfordert, oder nicht mehr in der Lage sind, gegenzusteuern.
Jedenfalls bin ich sehr froh und dankbar, dass wir noch keine KI Professorinnen und Professoren an unseren Schulen haben, sondern Menschen aus Fleisch und Blut, die mit Leidenschaft und Begeisterung ihr Fach vermitteln und euch begeistern wollen.
Ja, die neuesten Technologien sind wichtig und Entwicklungen sollten nicht vorschnell verurteilt werden. Trotzdem bleibt die Frage, wo und wann wandelt sich Segen in Fluch und wo ist es auch wichtig, aus ethischen Gründen Grenzen zu setzten. Schule ist ein Ort der Bildung, auch ein Lernfeld für das Leben, wo wir im besten Fall erfahren, dass wir in Kooperation und Teamwork mehr erreichen als im Einzelkämpfermodus. Die wesentliche Frage, die wir uns in diesem Gottesdienst stellen wollen: Auf welchem Fundament fußen unser Tun und Handeln, auch unser Hoffen und Träumen.
Der Monatsspruch für den Oktober klingt für mich sehr verheißungsvoll: Das Reich Gottes ist mitten unter uns, nicht nur eine utopische Sehnsucht. Reich Gottes meint, ein Zusammenleben, bei dem unser Tun und Handeln von der Liebe Gottes inspiriert und unsere Entscheidungen bei Gottes Wort Orientierung suchen.
Auch Schule kann und soll zum Ort von Reich Gottes-Erfahrungen werden, dann, wenn wir aufeinander achtgeben, die Schwächeren nicht zurücklassen, sondern sie mittragen und unterstützen, dann, wenn wir am Entdecken, am Lernen und an Bildung im umfassenden Sinne Freude haben.
So wünsche ich euch ein gelingendes Finale, einen guten Abschluss eurer Schullaufbahn und für die spätere Berufsentscheidung Gottes inspirierenden Geist.
Amen
