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PREDIGT März 2023

Predigt: Jes. 54,7-10

 Ich habe dich einen kleinen Augenblick verlassen, aber mit großer Barmherzigkeit will ich dich sammeln. Ich habe mein Angesicht im Augenblick des Zorns ein wenig vor dir verborgen, aber mit ewiger Gnade will ich mich deiner erbarmen, spricht der HERR, dein Erlöser.

Ich halte es wie zur Zeit Noahs, als ich schwor, dass die Wasser Noahs nicht mehr über die Erde gehen sollten. So habe ich geschworen, dass ich nicht mehr über dich zürnen und dich nicht mehr schelten will.

Denn es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der HERR, dein Erbarmer.

 

Liebe Gemeinde!

Ein Vexierbild ist ein Bild, das außer der offenkundigen Abbildung noch eine weitere, mehr oder weniger schwer zu entdeckende verborgene Abbildung enthält.
Ein bekanntes und beliebtes Vexierbild zeigt in einem Bild eine junge Dame und eine alte Frau mit Kopftuch.

Wie ist es ihnen beim Hören des Predigttextes ergangen? Was haben sie herausgehört? Eine wunderbare Verheißung oder irritierende Worte?!
Was hat Anklang gefunden bei ihnen? die Halbsätze: „ ich habe dich verlassen“ und „im Zorn habe ich mich von dir abgewendet“ oder das trostvolle Bildwort
„Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen ,aber meine Gnade soll nicht von dir weichen – so spricht Gott“

Beides steckt in unserem heutigen Bibelwort:
das verärgerte Wegdrehen und Fernsein Gottes und das wohlwollende Behütetsein und die völlige Nähe Gottes.

Am 21.März ist Welt-Downsyndrom-Tag. Aus diesem Anlass hat heute Morgen Evelyne Faye, Autorin und Filmemacherin, den Zwischenruf gestaltet.
Sie hat erzählt, dass ihre erste Tochter vor 11 Jahren geboren wurde – mit Downsyndrom.
Es herrschte Beileid u. Begräbnisstimmung, erzählte die Autorin und sie fragte sich,
Ich fragte mich, wie es wäre, wenn man das kippen könnte – das man einfach belglückwünscht wird, dann sehen wir weiter. Die Diagnose allein bestimmt nicht das Leben. Es ist alles gut. Sie wird uns den Weg zeigen, was sie braucht u. was wir brauchen…

LASS MICH FLIEGEN, so lautet der Kinofilm, der vor wenigen Tagen in den österreichischen Kinos angelaufen ist und für den Evelyne Faye das Drehbuch geschrieben und auch Regie geführt hat. Sie begleitet vier junge Menschen durch den Alltag. Vier Menschen, die voller Leben sind und klare Ziele haben – Arbeit finden, politisch aktiv werden, heiraten, Kinder bekommen. Vier Menschen, für die das Erreichen dieser Ziele mit vielen Hindernissen verbunden ist und die von der Gesellschaft in eine Schublade gesteckt werden: Menschen mit Down-Syndrom.

Unser heutiger Predigttext benennt beide Erfahrungen: die Erfahrung und das Gefühl von Gott einen Augenblick verlassen zu sein, aber dadurch nicht zu resignieren, nicht aufzugeben, sondern an der Verheißung festzuhalten, die uns Jesaja mitgibt:

Denn es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der HERR, dein Erbarmer.

Amen

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