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Predigt zum ökumenischen Gottesdienst am 18. Februar 2025 in Villach

Ganz Villach trauert!

Das ist in der Stadt nicht nur zu lesen, sondern auch zu spüren und zu sehen, an dem, wie sich die Menschen verhalten, ja bis zu den Geschäften, die teilweise ihre Auslagen verändert haben. Eine hat mich besonders berührt. Ein, für seine bunten Farben und Kleider bekanntes Modegeschäft hat die Schaufensterpuppen alle schwarz bekleidet, hat alles Bunte und Fröhliche entfernt und zwischen die Trauergestalten eine brennende Kerze aufgestellt, die Tag und Nacht brennt und leuchtet.

Auch hier der Gegensatz von Licht und Finsternis. Von Trauer und Mitgefühl, aber nicht ohne ein Zeichen der Hoffnung und Zuversicht, das die Kerze ausdrückt.

Ja, Dunkelheit und Finsternis sind am Samstag über unsere Stadt und über unsere Gemüter hereingebrochen.

Ein so junges Leben, ein so junger Mensch, der von allen, die ihn kannten als freundlich, liebevoll, umsichtig, weltoffen und menschenfreundlich beschrieben wird – ein so junges Licht und Leben wurde mit einem Messerstich ausgelöscht, wie man eine Kerze auslöscht.

Ein anderer junger Mensch, der 23jährige Syrer, verblendet und verführt im Netz, lässt sich aufhetzen und verhetzen durch Hassprediger. Er radikalisiert sich selbst und verliert seine Menschlichkeit, verliert den gesunden Menschenverstand, verliert die Kontrolle und begibt sich in die Stadt, um andere zu töten.

Gott sei Dank, gab es noch einen anderen Mann aus Syrien, der seit vielen Jahren bei uns Heimat gefunden hat Er war nicht der verblendet, sondern ganz im Gegenteil. In einem Augenblick der Hellsichtigkeit hat er alles richtig gemacht. Mit Zivilcourage stoppt er den Attentäter mit seinem Auto und verhindert damit Schlimmeres.

Licht und Finsternis, Verblendung und Hellsichtigkeit so dicht beieinander, am Samstag in unserer Innenstadt und immer wieder in unserem Leben.

Es lichten sich die dunklen Schleier unseres Schmerzes, wenn eine ganze Stadt trauert, wenn andere Menschen beistehen, da sind, Hände halten, in den Arm nehmen, trösten, vielleicht nur schweigend eine Kerze entzünden. Wenn Menschen ihr Mitgefühl zeigen, Nähe schenken, für andere beten und Hilfe anbieten.
Es lichten sich die dunklen Schleier unserer Verzweiflung, wenn wir selbst zu einem Lichtblick für andere werden und so wie heute Abend, schweigend gegen Gewalt und Hass auftreten, einander die Hand reichen und damit ein leuchtendes Zeichen der Hoffnung gegen die finstere Gewalt des Terrors setzen.

Wir glauben an die Worte Jesu, wenn er sagt: „Ich bin das Licht der Welt.“
Jesus, das Licht der Welt, das unsere Welt in ein neues Licht getaucht hat, der so oft das Licht der Liebe, der Versöhnung und das Licht des Friedens entzündet hat. Er, der selbst durch die Finsternis des Leidens und Sterbens gegangen ist, er traut und mutet uns zu auch Licht der Welt zu sein.

Ganz Villach trauert.

Diese Trauer und dieser Schmerz werden uns noch länger begleiten, aber wir vertrauen auf Gott und die Worte der Bibel, dass die Liebe stärke ist als jede Finsternis und der Tod nicht den Sieg behält.
Wir glauben an die Auferstehung und an ein gemeinsames Aufstehen gegen alle todbringenden Ideologien.

Das Licht der Hoffnung, das Licht der Liebe möge in unser aller Herz leuchten und die Finsternis des Schmerzes und der Trauer durchbrechen.

Amen

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